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Wie zukunftssicher ist unser Gesundheitssystem?

am 22.11.2016
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Bild: Bernhard Seidenath (MdL), Harald Flossmann, Rainer Jünger, Christian Herrmann, Prof. Günter Neubauer, Dr. med. Hans-Joachim Baumgartl (v.l.)

Podiumsdiskussion des Gesundheits- und Pflegepolitischen Arbeitskreises
Landsberg

Wie zukunftssicher ist unser Gesundheitssystem? Welche Rolle spielen
Demographie, Kostenentwicklung und medizinische Innovationen? Diese und
weitere Fragen wurden am Donnerstagabend, 10.11.2016, in Landsberg am Lech
gestellt. Auf Einladung des erst im Juli neugegründeten Gesundheits- und
Pflegepolitischen Arbeitskreises (GPA) Landsberg und dessen Kreisvorsitzenden
Rainer Jünger diskutierten hochkarätige Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Medizin
und den Krankenkassen.
Ins Landratsamt gekommen waren Univ-Prof. Dr. Günter Neubauer (Direktor des
Instituts für Gesundheitsökonomik München), Bernhard Seidenath (MdL und
gesundheitspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion), Dr. med. Hans-
Joachim Baumgartl (Internist und 1. Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands
Landsberg am Lech), Harald Flossmann (Direktor der AOK Landsberg) sowie
Christian Herrmann (Geschäftsführer der Continentale Bezirksdirektion).
Für die passende Einführung ins Thema und ausreichend Ansatzpunkte für die
anschließende Diskussion sorgte zunächst Professor Neubauer mit einem ebenso
informativ-mitreißenden wie launisch-unterhaltsamen Impulsvortrag. Günter
Neubauer skizzierte dabei akute Schwachstellen des Gesundheitssystems,
benannte die Herausforderungen der Zukunft und lieferte mögliche Lösungsansätze.
Sein Credo: „Wir haben Probleme, aber diese Probleme sind alle lösbar, wenn wir
sie lösen wollen. Wir sind in Deutschland reich und intelligent genug, aber wir
brauchen den Mut, die Dinge anzugehen.“
Eine Position, die auch Bernhard Seidenath, GPA-Bezirksvorsitzender von
Oberbayern, in der anschließenden Podiumsdiskussion bekräftigte. „Gerade in
Bayern ist es uns in den letzten Jahren vielfach gelungen, durch größere und
kleinere Stellschrauben Dinge zu verbessern und die Weichen in die richtige
Richtung zu stellen“, so der Landtagsabgeordnete. Mittel- oder langfristig reiche
dieses „Auf-Sicht-Fahren“ aber nicht aus. „Wir benötigen einen System- und
Paradigmenwechsel im deutschen Gesundheitssystem. Wir müssen von der sich
immer schneller drehenden Reformspirale, mit der wir lediglich auf akute Probleme
reagieren, wegkommen und brauchen stattdessen einen großen Wurf: Ein
nachhaltiges und langfristiges Konzept“, erklärte Bernhard Seidenath. Das Thema
Gesundheitssystem sei dabei zu wichtig und zu komplex, um als Wahlkampfthema
herzuhalten. „Ich würde mir vielmehr eine Art Gesundheits-Verfassungskonvent
wünschen, in dem wir gemeinsam mit den ausgewiesenen Experten auf diesem
Gebiet und abseits parteipolitischer Grabenkämpfe unser Gesundheitssystem neu,
gerecht und zukunftssicher aufsetzen“, forderte Seidenath.
Der Vorsitzende des GPA Landsberg, Rainer Jünger erklärte: „Wir haben heute eine
sehr gute medizinische Versorgung im Landkreis Landsberg und werden die
Entwicklung natürlich genau beobachten, damit dies zukünftig auch so bleibt.“
Die Herausforderungen für unser Gesundheitssystem, die im Rahmen der
Veranstaltung unter anderem von Professor Neubauer angesprochen wurden,
erfordern mutige Schritte von der Politik. „Es ist wichtig,
den Patienten
stärker eigenverantwortlich
einzubinden, aber ohne ihm vorzuschreiben, wie er zu
leben hat. Schließlich ist die Gesundheit unser höchstes Gut.“ resümierte Jünger.

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